München (dpa) - Er wollte helfen und wurde dafür von zwei jugendlichen
Schlägern zu Tode geprügelt: Weil ein 50-Jähriger in einer Münchner
S-Bahn Jugendliche vor einem Raub schützte, schlugen und traten die
zwei Angreifer am Samstag brutal auf ihn ein.
Der Geschäftsmann blieb bewusstlos liegen und erlag später seinen
schweren Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt wegen
Mordes gegen die 17 und 18 Jahre alten polizeibekannten Schläger. Sie
sitzen in Haft. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zeigte
sich erschüttert. Man müsse den Umgang mit Gewalttätern auf den
Prüfstand stellen, sagte er. Justizministerin Beate Merk (CSU)
forderte, die Höchststrafe im Jugendstrafrecht von 10 auf 15 Jahre zu
erhöhen.
Die beiden Schläger hatten am S-Bahnhof
Donnersbergerbrücke gemeinsam mit einem weiteren 17-Jährigen eine
Gruppe von Jugendlichen angegriffen und Geld von ihnen gefordert. Die
13- bis 15-Jährigen stiegen dann in eine S-Bahn. Während der eine
17-jährige Angreifer zurückblieb, folgten die beiden anderen jungen
Männer der Gruppe in die Bahn, drohten erneut und forderten Geld. Dabei
ging es nur um kleine Summen, sagte der Chefermittler der Münchner
Mordkommission, Markus Kraus, am Sonntag.
Der 50-jährige Fahrgast wurde Zeuge der Drohungen, wollte seine vier
jungen Mitfahrer schützen und verständigte per Handy die Polizei. Den
vier bedrohten Jugendlichen bot der Mann an, mit ihnen zum S-Bahnhof in
Solln zu fahren und gemeinsam mit ihnen auszusteigen.
Auf dem Bahnsteig in Solln folgten die beiden Schläger der Gruppe und
attackierten den 50-Jährigen. Einen ersten Angriff konnte der Mann noch
abwehren, doch dann war er den Schlägen und Tritten der beiden
mutmaßlichen Täter wehrlos ausgesetzt. Sie prügelten so massiv auf ihn
ein, dass er bewusstlos liegenblieb und später starb. Die
Staatsanwaltschaft München geht davon aus, dass sich die beiden
Jugendlichen für den beherzten Einsatz des Mannes rächen wollten.
"Seine jungen Begleiter konnten ihm nicht helfen", sagte Kriminalrat
Kraus. Die Attacke auf dem Bahnsteig habe sich innerhalb weniger
Minuten abgespielt. Die alarmierten Beamten kamen unmittelbar nach der
Tat auf den Bahnsteig. Ein Passant versuchte den Mann wiederzubeleben,
bis der Notarzt eintraf. Für den 50-Jährigen kam jedoch jede Hilfe zu
spät.
Die mutmaßlichen Täter sind deutsche Staatsbürger. Der 18-Jährige,
der zur Tatzeit angetrunken war, ist wegen schwerer Körperverletzung,
räuberischer Erpressung und Diebstahls vorbestraft, sagte der Münchner
Staatsanwalt Laurent Lafleur am Sonntag. Die beiden Angreifer hatten
sich nach der Tat in einem Gebüsch in der Nähe versteckt, wo sie von
der Bundespolizei entdeckt und festgenommen wurden. Bei ihren
Vernehmungen räumten sie zwar die Auseinandersetzung ein, wollten sich
zur Tat selbst aber nicht äußern, erklärte die Polizei.
Bayerische
Politiker reagierten schockiert. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU)
sagte, der Fall sei Anlass, darüber nachzudenken, was bei der
Kriminalitätsbekämpfung verbessert werden könne. Opferschutz müsse
immer vor Täterschutz gehen. Justizministerin Beate Merk (CSU)
erklärte: "Wir werden diese Straftat mit aller Härte des Gesetzes
verfolgen." Das Opfer habe den Kindern vorbildlich geholfen, betonte
sie. "Besser hätte man es nicht machen können." Innenminister Joachim
Herrmann (CSU) sagte: "Ich bin entsetzt über diesen erneuten Fall
sinnloser und brutaler Gewalt." Die Attacke auf den Geschäftsmann sei
ein weiteres erschreckendes Beispiel für die besorgniserregende Zunahme
der Jugendgewalt.
Quelle:
http://magazine.web.de/de/themen/nachric…ast,page=0.html
Was ist nur mit unserer Jugend los? Man kann nur hoffen, dass sie ihre gerechte Strafe bekommen. Auch wenn davon der arme Mann nicht mehr lebendig wird.
Der Satz von Horst Seehofer "Opferschutz müsse immer vor Täterschutz gehen" müsste nur auch umgesetzt werden. Da wird noch viel zu wenig getan!
LG Yvonne