ALG II - das Arbeitslosengeld 2

Das ALG 2 kombiniert sich aus der Leistung zum Lebensunterhalt  sowie den Kosten der Unterkunft und Heizung.
Grundvoraussetzung für einen ALG II Anspruch ist die Hilfebedürftigkeit, denn Hartz IV ist eine Sozialleistung. Die Hilfebedürftigkeit hängt u.a. vom Vermögen und Einkommen des Antragstellers ab. Hier gibt es jedoch Freibeträge, die auf das Einkommen oder Vermögen nicht angerechnet werden. Wichtig in diesem Zusammenhang sind die Stichworte Bedarfsgemeinschaft und eheähnliche Gemeinschaft.

Anspruch auf ALG 2

Einen Anspruch auf Arbeitslosengeld 2 hat im Grunde jeder, der
einen entsprechenden Hartz IV Antrag gestellt hat,
zwischen 15 und 65 Jahre alt ist,
mindestens 3 Stunden am Tag arbeiten kann,
hilfebedürftig ist und
in Deutschland seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort hat.

Das ALG 2, also das Arbeitslosengeld II,  wird vollkommen unabhängig von Arbeitslosengeld I gezahlt. Für den Anspruch auf ALG 2 ist es somit nicht Voraussetzung, dass zuvor Arbeitslosengeld I bezogen wurde.
Das ALG 2 wird – anders wie das Arbeitslosengeld I – zeitlich unbegrenzt gezahlt. Aus verwaltungspraktischen Gründen umfasst der ALG 2 Bescheid allerdings nur einen Zeitraum von 6 Monaten. Kurz vor Ablauf des Bewilligungszeitraums muss man somit einen Folgeantrag stellen. Die ARGE prüft dann, ob die Voraussetzungen für den ALG II Bezug weiter vorliegen.
ALG 2 kann neben dem Arbeitsentgelt, dem Lohn oder der Rente gezahlt werden. Das Arbeitslosengeld 2 hat als Sozialleistung den Zweck, das Existenzminimum zu sichern. Reicht der Lohn, das Gehalt oder die Rente zur Abdeckung dieses Lebensminimums nicht aus, so wird das ALG 2 auf das Einkommen aufgestockt.
Derzeit beträgt der Regelsatz des ALG 2, also der Satz des Existenzminimums, 351 Euro. Hinzu kommen Kosten für eine angemessene Unterkunft und Heizung.

Zur Abgrenzung: ALG 2 und ALG 1

Das ALG 2 ist eine staatliche Sozialleistung, das ALG 1, das Arbeitslosengeld 1 eine Sozialversicherungsleistung, die aus der Mitgliedschaft in der Arbeitslosenversicherung resultiert.
Für den Bezug von normalem Arbeitslosengeld muss eine Vorversicherungszeit erfüllt sein. Ein Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 besteht nur, wenn  in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosigkeit mindestens zwölf Monate sozialversicherungspflichtig gearbeitet wurde.
Das Arbeitslosengeld I wird auch nur für 12 Monate gezahlt. Ist der Arbeitslose jedoch mindestens 58 Jahre alt und hat er 48 Monate gearbeitet oder in einem entsprechenden Versicherungsverhältnis gestanden, so hat er einen Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 bis zu 24 Monaten.

ALG 2 – Sozialgeld

Angehörige eines erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, der einen Anspruch auf ALG 2 hat, haben einen Anspruch auf Sozialgeld. Der Bezug von Sozialgeld für die Angehörigen des Hartz IV Empfängers setzt voraus, dass die Angehörigen
nicht erwerbsfähig sind,
mit dem Hartz IV Berechtigten in einer Bedarfsgemeinschaft leben,
nicht das 65 Lebensjahr vollendet haben
oder zwar das 18. Lebensjahr vollendet haben aber voll erwerbsgemindert sind.
Höhe Sozialgeld
Die Höhe des Sozialgelds beträgt
bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres 60 Prozent der Regelleistung für alleinstehende Hartz IV Empfänger,
vom 15. bis zum 18. Lebensjahr 80 Prozent der Regelleistung.

ALG 2 deckt den gesamten Bedarf des Lebensunterhalts

Der ALG 2 Satz umfasst den gesamten Bedarf des Lebensunterhalts, also insbesondere die Ernährung, Körperpflege, Kleidung, Hausrat, Teilnahme an kulturellen Veranstaltung sowie die Kosten der Haushaltsenergie, also der Strom für die Beleuchtung, für das Kochen und die Warmwasserzubereitung.
Nur die Kosten der Energie für die Heizung und die Kosten einer angemessenen Unterkunft werden zusätzlich zum ALG 2 Satz gezahlt.
Beispiele für von der Regelleistung umfassten Bedarf: Lebensmittel, , Möbel, Waschmaschine, Bahn- und Busfahrkarten, Telefonkosten, Eintritt für Schwimmbad, Kino usw.