In meiner Stadt scheint es sogar sehr auffällig zu sein.
Auszug aus folgender Meldung
http://www.readers-edition.de/2008/08/10…oenchengladbach
Die Stadt Mönchengladbach ist derweil auf trauriger Rekordjagd.
216 Kinder
sind im vergangenen Jahr aus ihren Familien geholt worden, in der
Nachbarstadt Krefeld waren es 31. Taglich gibt Mönchengladbach im
Schnitt 123 Euro für Kinder aus, die in Heimen untergebracht sind, die
Gesamtsumme liegt bei 14,8 Millionen Euro.
Krefeld hat knapp 240 000 Einwohnerinnen und Einwohner,
Mönchengladbach 260 000. Ginge man davon aus, dass die Jugendämter der
beiden Städte stets korrekt handeln, wenn sie Kinder aus Familien
holen, lautet die spannende Frage: Warum sind in Mönchengladbach sieben
Mal so viele Mütter und Väter erziehungsunfähig wie im Nachbarort?
Da frage ich mich manchmal, was läuft hier falsch ?
Auch wenn der Faden hier schon älter ist, so finde ich ihn nach wie vor interessant. Nicht das im Ausgangsposting zitierte Statement ( das ist wohl mit Vorsicht zu geniessen..) , sondern vielmehr das Thema an sich. Die Frage, ob eine Entziehung der Erziehungsberechtigung irgendwie zusammenhängt mit dem Bezug von Hartz4 , bleibt nach wie vor bestehen. Und es ist ja scheinbar eine Tatsache, denn auch wenn Zahlen geschönt sein können, aus den Fingern gesogen scheinen sie nicht zu sein.
Ich gehe nun beispielhaft auf das Posting von Leihoma ein. Sie bemängelt, dass in der Stadt Mönchengladbach überdurchschnittlich viele Kinder in Heimen untergebracht werden. Und inwiefern das zusammenhängt mit Hartz 4, bzw. sind wirklich so viele Eltern erziehungsunfähig?
Ich kann dazu sagen, dass Mönchengladbach z.B. die traurige Statistik von minderjährigen Müttern anführt, und zwar Bundesweit. Sprich, nirgends gibt es so viele minderjährige Frauen die ein Kind haben. Das die Schlagworte "Minderjährig, Kind und Hartz4" oftmals in einem Atemzug genannt werden ist ja nun auch kein Phänomen. Die allerwenigsten Teenagermütter haben einen ädaquaten Schulabschluss, respektive eine abgeschlossene Berufsausbildung, bzw. Lehrstelle. Wenn sie nicht von den Eltern finanziell ausgehalten werden, bleibt ihnen in der Regel nur Hartz4 zur Lebenssicherung.
Paralell dazu muss man natürlich anerkennen, dass gerade Teenagermütter oftmals mit ihren Aufgaben überfordert sind. Und das gerade in dieser Gruppe überdurchschnittlich viele Eltern ihre Kinder entzogen bekommen oder unter Aufsicht des Jugendamtes stehen. Hier ist also kein direkter Zusammenhang zwischen Hartz4 und Erziehungsunvermögen, sondern Hartz4 ist lediglich die Begleiterscheinung in der Vita der Eltern.
Die Fragestellung müsste also nicht lauten..."Warum sind so viele Hartz4 Empfänger erziehungsunfähig...sondern vielmehr...warum sind so viele Erziehungsunfähige Empfänger von Hartz4?" Und schon erscheint die Diskussion in einem anderen Licht. Denn Hartz4 bedingt noch lange keine Erziehungsunfähigkeit, Erziehungsunfähigkeit jedoch überproportional Hartz4.