Hallo Chaosmann,
es hat mich zutiefst berührt, als ich gerade deinen Artikel gelesen habe.
Ich habe zwei Kinder und muss von Hartz IV leben. Ich weiß wie es ist.
Ich muss auch alles zweimal überdenken, wofür ich das bisschen Geld ausgebe, was ich bekomme.
Bei uns gibt es eine
Gebrauchtbörse, wo man für wenig Geld, manchmal auch für gar kein Geld, alles mögliche bekommt.
Auch Fahrräder für Kinder gibt es dort.
Bitte glaube mir, viele in dieser Gebrauchtbörse haben ein gutes Herz. Versuch doch einfach mal herauszufinden, wo in deiner Nähe so etwas ist.
Bitte lass dich nicht entmutigen!
Es gibt auch die Caritas, Flohmärkte, Soziale Einrichtungen und die Kirche, die helfen kann. Es gibt auch Tafeln, die Lebensmittel und auch warme Mahlzeiten für einen Euro oder so, ausgeben. Mach dich im NET schlau!
Ich gebe dir jetzt einfach mal einen Rat:
Lass dich nicht unterkriegen! Hol dir Hilfe. Erzähle allen, wo du das Gefühl hast, die haben ein Ohr für deine Sorgen, ohne Hemmungen, was los ist und wo du Hilfe benötigst!
Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung sagen:
- Wenn du deine Sorgen erzählst und nicht aufgibst, dann bekommst du auch Hilfe! Dadurch, dass ich offen darüber gesprochen habe, habe ich mit einem Mal - Hilfe - bekommen.
Von vielen Menschen habe ich in diesen Momenten gehört: Warum hast du denn nicht früher etwas gesagt, davon wusste ich ja nichts, sonst hätte ich dir helfen können. Oder: Ich schaue mich für dich um!
Ja! Es gibt sie noch - die Engel - in dieser Welt!!!!!
Glaub es mir. Versuche es doch einfach mal.
Wäre schön wenn du meinen Rat wenigstens in Erwägung ziehen würdest!
Es ist bestimmt nicht leicht, andern gegenüber eingestehen zu müssen, dass man arm ist - und das im reichen Deutschland!!!
Ich weiß genau wie bescheiden du dich fühlst. Mir geht es oft nicht anders.
Aber letztendlich ist es auch eine Frage, wie gehe ich mit dieser Situation, in der ich mich und auch meine Kinder, momentan befinden, um!
Glaube mir, es ist eine Einstellungssache!
Du wirst einen langen Atem brauchen. Immer wieder aufs neue!
Weißt du, ich mache das so.... wenn es mir so richtig traurig um mein Herz ist und ich nicht mehr weiter weiß... dann schaue ich mir meine beiden Kinder an, meinen Sohn 10 Jahre und meine 7 Jahre alte Tochter an!
Dann weiß ich, warum ich stark und offen sein muss!
Ich bin ihr Vorbild - verstehst du???? Du bist das Vorbild für deinen Sohn! Sei stark. Dann kann dein Sohn auch stark sein.
Meine beiden Kinder geben mir immer wieder neue Kraft und neuen Mut!
Meine Tochter ist im Sportverein, sie macht Turnen mit. Erst habe ich mich auch nicht getraut, mein Anliegen mitzuteilen. Aber nachdem ich mich überwunden habe, habe ich offen gelegt, dass ich nicht so viel Geld habe.
Ich hatte wirklich Glück! Ich muss jetzt jeden Monat 5 Euro bezahlen. Andere zahlen viel mehr. Frage doch einfach mal bei Sportvereinen nach, ob es da einen Nachlass gibt. Versuche er einfach mal. Bei mir hat es geklappt.
Mein Sohn ist bei den Pfadfindern. Auch dort habe ich immer gedacht - wohl gemerkt - gedacht! - Das kann ich mir doch niemals leisten!
Stimmt nicht! Im Jahr bezahle ich 24 Euro! Das sind monatlich nur 1 Euro. Ich kann das in zwei Mal oder in ein Mal bezahlen, so wie ich halt kann.
Wenn Fahrten anstehen - auch kein Problem - die kommen einem auch finanziell entgegen. Außerdem habe ich von Anfang an mit meinem Sohn eine Abmachung getroffen. Ich habe ihm versprochen, dass er eine Fahrt im Jahr mitmachen kann! Maximal 20-25 Euro kostet die Fahrt. Die spare ich zusammen. Aber ich weiß auch wofür. Er ist viel selbstbewusster, selbstständiger, ausgeglichener und glücklicher geworden, seitdem er bei den Pfadfindern ist.
Mein Sohn bekommt 7 Euro Taschengeld im Monat und meine Kleine bekommt 5 Euro Taschengeld im Monat. Meine beiden Kinder haben gelernt damit umzugehen, sie lernen es von mir. Sie freuen sich jedem Monat darauf, dass das Taschengeld nur für sie ist. Ich bringe ihnen bei, wie man mit sehr wenig Geld auch ein paar kleine Träume verwirklichen kann.
Ich versuche immer positiv zu denken!
Das macht sich auch bei meinen Kindern bemerkbar. - Wie gesagt, ich bin ihr Vorbild!
Von mir lernen sie, auch schwierige Zeiten zu überstehen.
Ich rede mit beiden offen und ehrlich über alles! Auch das, was beklemmend und bedrückend ist. Zusammen schaffen wir das, denn wir drei, sind eine Familie!
Wir schotten uns ab - haben unsere Wohnung als unsere Zuflucht. Ein sicherer Ort. Wir gehen nicht oft vor die Tür, das tut nur weh.
Glaub mir, das ist auf Dauer nur schädlich für euch beide. Als ich das gelesen habe, hatte ich kein gutes Gefühl dabei! Für eine kurze Zeit sich abzuschotten, ist ja ganz in Ordnung. Aber bitte nicht auf Dauer!
Dein Sohn lernt dabei - wenn mir Jemand weh tut - fliehe ich und ziehe mich zurück.
Ich weiß nicht so genau, ob dir das überhaupt klar ist, was du mit diesem Verhalten an Schaden anrichten könntest.
Dein Sohn sollte lieber lernen, wie man mit Enttäuschungen im Leben klar kommt und sie verarbeitet, in dem er zum Beispiel lernt, mit dir oder anderen darüber zu reden. Ansonsten sehe ich die Gefahr, dass er sich eines Tages von allem abschotten wird.
Meine Meinung!
Ich wünsche dir viel, sehr viel Mut und Durchhaltevermögen und jede Menge Vertrauen in dich selbst und in andere Menschen.
Wäre schön, wenn ich was von dir hören - geschrieben bekäme - würde!